Posted by on Sep 7, 2017 in NEUES

 

Die von der ‚Rheinischen Post’ Anfang der Woche als so genannte Klarstellung “mit amtlichem Glaubwürdigkeitssiegel” aus dem Mund des Ersten Beigeordneten verbreitete Nachricht, angebliche Pläne von einer Tankstelle in der Giesenheide entbehrten jeder vernünftigen Grundlage, entpuppt sich als Fake News. Hildens oberster Wahlbeamter hatte damit unter anderem auf Einwände der Bürgeraktion reagiert.

Bislang gebe es keine Aussage des Investors, was er wirklich wolle. Das hatte noch Anfang dieser Woche Wirtschaftsföderungsdezernent und Erster Beigeordneter Norbert Danscheidt (CDU) zu den Plänen von Miss Pepper, auch eine Tankstelle in der Giesenheide errichten zu wollen, gegenüber der Presse “klar gestellt”. Moment mal, werden da viele gesagt haben: Hatte sich der Investor nicht erst einige Tage zuvor klar gegenüber der RP geäußert, unter Hinweis auf die baurechtlichen Möglichkeiten auch an einer Tankstelle interessiert zu sein?

Sicher, einem alten Rat zufolge muss man nicht alles glauben, was in der Zeitung steht. Aber ein derartig offensichtlicher Widerspruch – sollten die Zeitungsleser etwa hinters Licht geführt werden?

Heute nun die Aufklärung des Rätsels, sozusagen die Klarstellung von der “Klarstellung” in der RP: Auch der Miss-Pepper-Geschäftsführer hat sich über die, via Presse aus dem Rathaus gestreute Meinung gewundert und dementiert sofort. Mitnichten habe er seine Pläne von einer Tankstelle in der Giesenheide aufgegeben. Verwundert zeigt er sich vielmehr über die Behauptung Danscheidts, das fragliche Grundstück sei für ein Restaurant plus Tankstelle eh zu klein. Seine Architekten und die Mineralölgesellschaft in seinem Rücken sehen das nämlich völlig anders. Sie arbeiten an Plänen für den Bauantrag – mit Tankstelle.

“Haben die Verfolger die Verstecker eingeholt und gefangen, ist das auf Kooperation zielende Spiel vorbei und die Seiten können getauscht werden.” (Wikipedia zur Erläuterung der ‘Schnitzeljagd’)

Die Sache erinnert an eine Schnitzeljagd. Bei dem beliebten Geländespiel darf man, um Verfolger zu täuschen, auch Irrwege auslegen. War das das Ziel des Ersten Beigeordneten Danscheidt? Oder hatte er als oberster Hildener Wirtschaftsförderer von dem ganzen Vorgang keine Ahnung, was nicht minder problematisch wäre?

Immerhin berichtet der Miss-Pepper-Geschäftsführer davon, den demnächst aus dem Amt scheidenden Leiter des Wirtschaftsförderungsamts, Peter Heinze, in seine Pläne und Überlegungen offiziell eingeweiht zu haben. Dann sollte es auch der Dezernent erfahren haben. Vorausgesetzt, die Kommunikation zur Chefetage funktioniert noch im Rathaus.

Die Aussage Danscheidts, immerhin des allgemeinen Vertreters der Bürgermeisterin an der Verwaltungsspitze, die von vielen – unter anderem auch von der BA – geteilte Sorge um eine Tankstelle in der Giesenheide sei unbegründet, kann also getrost ignoriert werden. Sie ist definitiv falsch.

Nicht zu unterschätzen sind indes die Folgen, die sich abzeichnen, sollte es neben einem American Restaurant mit 300 Plätzen auch zu einer Tankstelle am nördlichen Ortseingang unweit des Autobahnkreuzes kommen. Die BA-Fraktion hatte zu der prinzipiell nicht schlechten Idee darauf hingewiesen, dass sich mit einer solchen Kombination für Tanken und Rasten ein Rasthof mit entsprechend hohem Verkehrsaufkommen entwickeln könnte.

Für die BA ähneln die Reaktionen aus dem Rathaus denen bei anderen umstrittenen Projekten, aktuell zum Beispiel dem Bauprojekt an der Beethovenstraße. Auffällig der in diesem Zusammenhang, wie jetzt auch wieder von Danscheidt, gerne benutzte Standard-Satz: “Es gibt (noch gar) keinen Bauantrag.” Mit derartig verharmlosenden Aussagen wird den Menschen Sand in die Augen gestreut, Bürger werden in die Irre geführt. Auffällig auch, mit welcher Unbekümmertheit Pressevertreter sich auf diese Masche einlassen, und dabei behilflich sind, – wie bei der Schnitzeljagd – “Verfolger” abzuschütteln.

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http://www.buergeraktionhilden.de/miss-pepper-tanken-und-rasten/ – 28.08.2017