Posted by on Feb 10, 2016 in NEUES

 

Herrschaftszeiten, war das diesmal eine stürmische Session in Hilden. Kaum hatte sie angefangen und wollte gerade so richtig Fahrt aufnehmen, da war sie auch schon wieder vorbei. Wegen viel Gegenwind. Zu viel Gegenwind!

In der Tat, eine Session im Zeichen des Sturms: Sturm auf das Rathaus, Sturm auf die Waldkaserne, Sturm am Rosenmontag. Der Zug wurde abgeblasen – eine bittere, aber kluge und verantwortungsbewusste Entscheidung. Wie vielerorts, wo die Parole ausgegeben wurde: Wir feiern trotzdem, nur anders.

Anders in Hilden. Wo Petrus die Puste ausging, legte das Rathaus nach. Mit der ihr zugeschriebenen Aussage, sie wolle “möglichst wenig Menschen in die Stadt locken”, schmiss die Bürgermeisterin eigenhändig die Windmaschine an. Und legte kräftig nach: Die Narren sollten möglichst gar nicht nach Hilden kommen. Nicht etwa wegen gefährlicher Karnevalswagen, sondern wegen “Dachziegeln und umherfliegender Teile”. Im Rathaus glaubt man eben immer zu wissen, was für die Bürger gut ist.

Damit blies der Wind allen Hildener Narren mal erst recht so richtig ins Gesicht. Festzelt zu, Bürgerhaus geschlossen, Stadthalle verrammelt – amtlich verordnete Spaßbremse auf der ganzen Linie.

Und von wegen karnevalistische Schlüsselgewalt: Jetzt erwies sich auch der noch an Altweiber vom Prinzenpaar eroberte und im Beisein der Bürgermeisterin stolz präsentierte Rathaus-Schlüssel als falsch. War es möglicherweise eine gezielte Finte der Rathauspfeifen, die Prinzregenten an den falschen Schlüssel kommen zu lassen? In seiner Not emigrierte das Prinzenpaar nach Monheim und versuchte, mit dem vermeintlichen Hildener Schlüssel dort reinzukommen. Kam aber auch nicht so gut an…

Dabei hätte man in Hilden die Rathaus-Windmaschine durchaus auch für Rückenwind einsetzen können. In schwierigen Zeiten erweisen sich die wahren Qualitäten. Warum nicht auf dem Nove-Mesto-Platz die Festwagen zusammenziehen und spontan ein Faschingsdorf errichten? Die Stadt, die sich gerne mit Superlativen schmückt, als sprichwörtliche “Karnevals(hoch)burg”. Im Windschatten der umgebenden Bebauung. Das Festzelt nebenan. Man könnte glatt ins Schwärmen kommen…

Alle Rettungskräfte waren ohnehin vor Ort. Und der Wetterdienst hatte ja nicht etwa davor gewarnt, nicht mehr vor die Tür zu gehen. So konnte der Jungunternehmer mit seiner Gulaschkanone im Schatten der Reformationskirche noch am Abend rufen “Es ist noch Suppe da!” – es half ihm nichts.

Er blieb drauf sitzen, auf seinem „Brei“. 

Weil: 

In Hilden ist am Rosenmontag schon alles vorbei.